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Nisthilfe gebaut
Insektenhotel im Schulgarten


Ein neues Luxushotel in Düsseldorf eröffnete kürzlich seine Pforten: im Schulgarten der Hulda-Pankok-Gesamtschule. Die Gebäudequalität sowie das Angebot der „Zimmer“ bewegt sich auf hohem Düsseldorfer Niveau. Erste Bewohner sind schon eingezogen. Am Dienstag, den 25.3.2014 erfolgte nun auch die offizielle Eröffnung.

Die Schüler/innen der Garten-AG in der Hulda-Pankok-Gesamtschule haben die im letzten Jahr geplante und in diesem Jahr aufwändig hergestellte Nisthilfe für Solitärbienen und -wespen fertig gestellt.  Das 1,60 Meter hohe und 1,40 breite Haus aus unbehandeltem, ungehobeltem Fichtenholz hat Schreinereibesitzer Thomas Schwesinger gespendet, dessen Kind Schülerin der HPG ist.

Die Schüler/innen der Garten-AG haben im Herbst und Winter Materialien gesammelt, darunter z.B. markhaltige Pflanzenstängel (Sonnenblumen, Holunder, Brombeere u.a.) und sie auf die richtige Länge geschnitten, wie sie für die Füllung der verschiedenen Etagen der Nisthilfe gebraucht wurden. Im Technikraum der Schule wurden Holzscheite gesägt, Lochsteine hergerichtet, Blumentöpfe mit Ton gefüllt und mit Löchern verschiedenen Durchmessers versehen und Baumscheiben angebohrt.

Noch während der letzten Bautätigkeiten an dem neuen Hotel während der sonnigen und warmen Tage in der ersten Monatshälfte interessierten sich schon Solitärbienen für die neuen „Zimmer“, flogen vor den verschiedenen Eingängen hin und her und probierten die Passgenauigkeit des Angebots durch Hineinklettern. Erste Eingänge sind schon mit „Mörtel“ verschlossen.

Schulleiterin Alexandra Haußmann betonte in ihrer Eröffnungsrede, dass das Wildbienenhotel ein neues Element auf dem in Teilen naturnah gestalteten Schulgelände der Hulda-Pankok-Gesamtschule ist und zusätzliche Lernmöglichkeiten zum Thema Ökologie auf dem schuleigenen Gelände bietet. Schulgartenlehrer Klaus Kurtz lobte die Schüler/innen der AG (aus dem 5. und 6.Jahrgang) für ihre Ausdauer und beeindruckenden Arbeitsergebnisse beim Hotelbau. Der Schulgarten hat damit an Attraktivität für Mensch und Tier gewonnen. Besonderer Dank geht an Frau Sabine Ofner, die ebenfalls Kinder an der HPG hat, und seit ca. zwei Jahren im Schulgarten mithilft. Von ihr stammt die Idee sowie viel Unterstützung beim Sammeln der Materialien und beim Bau.

Ca. 500 verschiedene Arten von Wildbienen und Solitärwespen gibt es in Deutschland, viele davon stehen auf der Roten Liste. Die Gefährdung liegt in einem unzureichend gewordenen Nistplatz- und Nahrungsangebot, verursacht durch modernen Siedlungsbau bzw. großflächige, monotone landwirtschaftliche Nutzung. Durch Bau von Nisthilfen aller Art kann konkret geholfen werden, dass Insekten auch in der modernen Stadt Möglichkeiten für die Brutpflege finden.

Ihre Rolle als Blütenbestäuber und biologische Schädlingsbekämpfer wurde lange Zeit unterschätzt. „Die Bestäubung durch Wildbienen und Hummeln setzt bereits im März ein, in der Regel also einige Zeit vor der Befruchtung durch Honigbienen. Sie findet dabei auch bei Kälte und bedecktem Himmel statt. So zählen diese Insekten im Garten wie mittlerweile auch im Erwerbsobstbau (ein Exemplar bestäubt bis zu 5.000 Blüten pro Tag!) zu den erwünschten Nützlingen. Dies gilt auch für die Schadinsektenvertilgung durch Grab- und Solitärwespen (nicht zu verwechseln mit den staatenbildenden Echten Wespen).“ (zitiert nach Wikipedia/Wildbiene)

Viele Wildbienenarten graben keine eigenen Nester, sondern nutzen Hohlräume, in denen ihre Nester angelegt werden, z.B. Pflanzenstängel. Teilweise werden diese von einigen Arten auch mit einer Art „Mörtel“ ausgekleidet, der aus einem mit Speichel durchgekauten Gemisch aus Lehm, Pflanzenmark, Tierhaaren, Fasern von Pflanzenstängeln o.ä. besteht. Die Nester werden dann mit einem Nektar- und Pollengemisch gefüllt. Dann erfolgte die Eiablage und der Eingang der Röhre wird durch den oben beschriebenen Mörtel verschlossen.

Auf einem ehemaligen Brachgelände im Schulgarten hat inzwischen auch die Aussaat von Wildblumensamen stattgefunden. Neben der jetzt gebauten Nisthilfe soll natürlich auch das Nahrungsangebot für die Insekten (Wildbienen, Solitärwespen, Schmetterlinge, ...) im Schulgarten vielseitig und abwechslungsreich sein.

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